Manchmal ist die schönste Musik die “dazwischen”…
Eher durch Zufall bin ich kürzlich auf dieses Stück gestoßen. Eigentlich wohl nur als “Pausenfüller” während eines Clueso-Konzerts gedacht, kann ich mich an dieser Musik gar nicht satthören, so wunderschön finde ich sie. Ich liebe solche Stücke! Am Anfang nur Rhythmik, dann das Klavier, dann kommen nach und nach die verschiedenen anderen Instrumente hinzu, der Klang wird immer lauter, immer voller, Schritt für Schritt entwickelt sich eine Melodie, Spannung baut sich auf, und wird dann am Höhepunkt des Stückes aufgelöst - das beste Beispiel dafür, dass das Ganze wirklich mehr als die Summe seiner Teile ist :)! Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass ich beim Hören dieses Stücks eigentlich fast immer ein wenig von dem abschweife, was ich gerade tue, und anfange, mich in meinen Gedanken zu verlieren, bis dann (ab ca. 1:30) folgender Film in meinem Kopfkino abläuft:
… und dann einfach loslaufen, schneller, noch schneller, nur noch rennen, bis die Welt links und rechts nur noch aus verschwommenen Streifen verschiedener Farben besteht, die Wirklichkeit sich aufzulösen scheint, schneller, noch schneller, bis die Füße die Erde kaum noch berühren, den Gegenwind im Gesicht spüren, schneller, noch schneller, gleich werden die Füße den Kontakt zum Boden gänzlich verlieren, ein letztes Mal noch, nur noch ein Schritt, nur noch eine Sekunde, ein letzter Moment der Verbundenheit mit der Erde, ein letztes Mal einatmen, die Augen schließen, die Arme ausbreiten, weit, noch weiter, nur noch den Moment spüren, in dem der Fuß das letzte Mal die Erde berührt, den Kopf nach oben richten, den Wind unter den Armen spüren, unter dem ganzen Körper, nichts anderes mehr, die Verbindung zur Erde aufgelöst, abheben, losfliegen, schwerelos, grenzenlos, unendliche Freiheit, Leichtigkeit, den Moment genießen, nur das, sonst nichts, nur noch getragen vom Wind, federleicht, dem Himmel so nah…